Das Leben in

Panama

Berge, Strände und alles dazwischen


Glasklares Wasser und weisser Strand, Dschungel und 4000 Meter hohe Vulkanberge, Flüsse, Wasserfälle, seichte Buchen, Tauchen, Schnorcheln, Segeln, Wandern, Klettern und alles bei angenehmen Temperaturen das ganze Jahr. Hört sich gut an.


Was will man mehr ?

Es gibt Licht und Schatten - wie immer.

Berge, Strand, Insel oder Landleben?

Das Leben in den Bergen: 

Eine der grössten „Expat“ (Auswanderer) Gemeinden ist Boquete in der Provinz Chiriqui, gelegen in den Bergen oberhalb von David. Dort leben ca. 5000 Ausländer aus aller Welt. Hauptsächlich jedoch Amerikaner und Kanadier.  

Die Preise sind entsprechend und die Fluktuation hoch. Das Klima dort wird gerne als „immer Frühling“ angepriesen - ist es aber nicht. 

Deswegen ziehen auch viele wieder dort weg. In der Trockenzeit weht oft ein scharfer Wind. Die Dächer klappern und man hat Sand in den Zähnen. In der Regenzeit regnet es - immer - durchgehend oder ist zumindest der Himmel so wolkenverhangen, dass alles permanent feucht und klamm ist. 

Und es wird kalt abends… also kalt für Panama. Die Temperaturen können dann gerne mal unter 15 Grad fallen. Man muss sich schon etwas Warmes anziehen. 

Fährt man zum ersten mal nach Boquete fühlt es sich an, als würde man in ein Schweizer Skiressort fahren. Fehlen nur die Lifte und Seilbahnen an den Hängen. Gerne mal für ein Wochenende wegen der Auswahl an Restaurants. Dort wohnen? Muss man wollen.


Ebenfalls in den Bergen, aber nicht ganz so überlaufen ist El Valle de Anton in der Provinz Cocle, näher bei Panama City. 


Das Leben am Strand:

Neben Boquete gibt es noch einige weitere Expat Hotspots. Einer davon ist Coronado in der Provinz Panama Oeste, ca 1,5 Stunden ausserhalb von Panama City am Pazifik. Hochhäuser und Appartementkomplexe wohin man sieht. Viele „Gated Communities“, also eingezäunte Viertel mit gesicherten Zugängen. Typisch amerikanisch eben. Für uns Deutsche etwas befremdlich, aber wer sich unsicher fühlt, für den ist die Region eventuell etwas. Dort findet man dann auch Golfplätze und viele Annehmlichkeiten. Allerdings natürlich auch zu entsprechenden Preisen.

Wesentlich entspannter und günstiger ist zB. das Städtchen Puerto Armuelles am anderen Ende des Landes - an der Grenze zu Costa Rica in Chiriqui mit ca. 25tsd Einwohnern die viertgrösste Stadt in Panama.


Eines generell: Ein Haus am Strand ist toll !!! ABER … es hat auch viele Nachteile. Konsequente Instandhaltung ist Pflicht. Die Salzige Luft frisst alles! Immer Sand überall im Haus. Sandflöhe, Krabben und anderes Getier inklusive. Meeresrauschen ist ebenfalls fantastisch, aber irgendwann wünscht man sich einfach nur mal Ruhe - nicht am Strand. So romantisch das alles immer aussieht und klingt. Man sollte es sich gut überlegen und ausprobieren ob man wirklich der „Leben am Strand“ Typ ist.


Leben auf der Insel:

Viele sehnen sich nach einem Leben in einem tropischen Paradies. Eine Insel mit Sandstrand. Klares, warmer Karibikwasser und die Hängematte zwischen zwei Kokosbäumen. 

Ein Traum! Für einen zwei Wochen Urlaub - perfekt. Als Lebensabend - unendlich eingeschränkt. Wer’s kann - bitte! Möglichkeiten gibt es genug. 


Ob San Blas, Taboga (40 Minuten vor Panama City) oder mit mehr Infrastruktur die Inseln um Bocas del Toro auf der Karibikseite. Als Europäer auf eine Insel zu ziehen - dass muss man sich sehr gut überlegen. 

Kein Supermarkt um die Ecke, alles ausserhalb seiner Hütte nur mit einem Boot zu erreichen. Strom, Frischwasser, Abwasser, Telefon, Internet … alles sehr aufwändig, wenn überhaupt. Weit weg von allem, aber auch im Notfall ist da kein Arzt, geschweige denn ein Krankenhaus. Man ist mehr oder weniger auf sich alleine gestellt. Mit allen Konsequenzen.


Das Leben in der Stadt:

Panama City hat alles was man von einer modernen Grossstadt erwarten kann. Ein riesiges kulturelles, kulinarisches und touristisches Angebot, eine wunderschöne Altstadt (Casco Vieja) und eine Flaniermeile am Pazifik (Cinca Costera). 

Wie alles hat auch das Stadtleben hier Licht- und Schattenseiten. Die Preise sind hoch, Das Leben ist hektisch, dafür hat man aber alles um die Ecke.

Etwas übersichtlicher, aber nicht weniger hektisch, geht es in David zu, der zweitgrößte Stadt des Landes. Von Colon wird allgemein eher abgeraten, da zu viel Kriminalität in der Ecke. Puerto Armuelles, an der Grenze zu Costa Rica ist ein verschlafenes Städtchen mit viel Potential und die EINZIGE Stadt in Panama mit Strandzugang. Zudem gibt es dort ein neues Hospital, Supermärkte und einer halbwegs funktionierenden Infrastruktur inklusive Glasfaser-Internet. 


Das Leben auf dem Land:

Einfach - sehr einfach! Kaum Infrastruktur, geprägt von Landwirtschaft und Armut. Der einfachen Landbevölkerung in Panama - und das muss man einfach so sagen - geht es nicht sonderlich gut. Das äußert sich dann auch immer mal wieder in Protesten wegen fehlender Schulen oder anderer Grundbedürfnisse. Egal ob Wasserversorgung, Strom oder Internet - auf dem Land wird es schwierig. Man ist zum grossen Teil Selbstversorger und muss sehen, wie man zurecht kommt.


Generell

Das Leben in Panama ist recht entspannt. Zeit ist KEINE Währung. Einfachste Behördengänge dauern auch gerne mal den ganzen Tag. Selbst ein Besuch bei der Bank kann mal schnell den halben Tag in Anspruch nehmen. Man sollte sich fuer alles Offizielle SEHR viel Zeit einplanen.


Wer glaubt, in Deutschland wären Beamte und Behörden umständlich, der war noch nicht in Panama. Zu den allgemeinen Verständigungsschwierigkeiten durch die fehlenden Sprachkenntnisse, kommen noch unfassbar komplexe Vorgänge, die - selbst für Panamenios - manchmal nur sehr schwer nachvollziehbar sind. Mehrere Kopien von Reisepass, Ausweis, Verträgen oder sonstigen Dokumenten sind die Regel, nicht die Ausnahme. 

IMMER und IMMER WIEDER.


Damit muss man leben und sich arrangieren. Suchen Sie sich jemanden, der das schonmal gemacht hat und bitten Sie ihn mit zu kommen. Lernen Sie den Ablauf. Am besten natürlich jemanden der die Sprache beherrscht.

Damit auch schon zum nächsten Thema. 


Die Sprache

Ohne Spanisch kommt man hier nicht sehr weit. Das mag vielleicht noch für zwei Wochen Urlaub funktionieren, aber wenn man überlegt hier wohnen zu wollen, dann führt kein Weg am Erlernen von Spanisch vorbei. Es sei denn, sie ziehen in eine der Expat Hochburgen. Dort kommen Sie dann mit Englisch durchs Leben. Deutsch NEIN - spricht hier niemand. Spanisch Spanisch Spanisch !!! 

Noch dazu im panamaischen Dialekt, der auch noch von Distrikt zu Distrikt variiert. 


Die Lebenshaltungskosten 

Richten sich nach Ihren Ansprüchen. Strom ist relativ teuer. Wer also Tag und Nacht die Klimaanlage laufen hat, der wird unter 150$ pro Monat nicht hinkommen. 

Gebrauchtwagen sind relativ teuer und Gute sind rar - dies ist dem Zustand der  Strassen geschuldet. 

Gekühlte Lebensmittel sind relativ teuer (Milch, Butter, Käse usw.). 

Aber vieles ist auch viel günstiger. Ich will jetzt nicht alles aufführen, dafür gibt es Vergleiche der Lebenshaltungskosten bereits online. (Zum Beispiel HIER - aber auch noch einige mehr. Einfach mal googlen.)


Ein paar Beispiele aus eigener Erfahrung:

Wir zahlen z.B. fuer 1 Jahr Autoversicherung 98$, Motorrad 75$, 1 Jahr Müllabfuhr 60$, Wasser ca. 2 $/Monat, Internet und Digital TV + 1 Telefonanschluss (400Mbit Glasfaser) 60$/Monat, eine PrePaid-Simkarte mit Panama Nummer, Anrufe innerhalb Panamas und Datenvolumen inklusive kostet 5$ pro Woche, egal ob Tigo, tMovil oder andere Anbieter.


Gas

Gekocht wird in der Regel mit Gas, da Elektrizität zu teuer ist. Ein Gasbehälter mit 25 Litern Inhalt kostet 5,75$ und hält im Schnitt 4-6 Wochen am Herd und ein gutes halbes Jahr am Warmwasserboiler. Es gibt sie in 2 Ausführungen, entweder PanaGas oder Tropigas, je nachdem welcher Anschluss vorliegt. Beide Versionen kann man in jedem Laden und an jeder Tankstelle kaufen.


Wasser 

Die Wasserqualität hängt sehr davon ab wo man wohnt und wie gut die Aufbereitungsanlage der Region ist. 

Man sollte vorher mit den Einheimischen oder Anwohnern reden, bevor man das Wasser aus dem Hahn als Trinkwasser benutzt. Zum Kochen - kein Problem. In der Stadt ist die permanente Versorgung in der Regel gegeben. Auf dem Land kann dagegen immer mal zu längeren Ausfällen kommen, speziell in der Regenzeit, wenn zu viel Sediment die Wasserwerke verstopft. Hauswassertanks sind allgegenwärtig und normal.


Strom

110V wie zB. in den USA (auch die gleichen Steckdosen) - also keine Gerätschaften mitbringen, es sei denn Sie haben einen Konverter von 110 auf 220V. Überall im Land kann es immer mal wieder zu mehr oder weniger langen Stromausfällen kommen. Die Infrastruktur ist nicht sehr stabil, aber es wird immer besser. In den Städten weniger, auf dem Land öfter. Das Gleiche gilt für das Internet.


Kriminalität 

Panama ist ein sehr sicheres Land. Es gibt nur sehr wenig Gewaltverbrechen. Leute die mit Macheten herumfahren oder laufen, sind Gärtner und gehen zur Arbeit. Ein Anblick an den man sich sehr schnell gewöhnt. 

Der grösste Teil der Kriminalstatistik sind kleinere Diebstähle von Früchten oder Gegenständen die man herumliegen lässt.  - zum Grossteil einfach der Armut der Leute geschuldet, die diese versuchen für ein paar Dollar weiter zu verkaufen. 


Ausnahme hiervon ist der Darien Gap, ein undurchdringliches Dschungelgebiet zwischen Panama und Kolumbien. Dort herrschen die Drogenbanden, genau wie in Teilen von Colon. Diesen Teil des Landes kann man aber leicht meiden. Dort gibts eh nicht viel zu sehen oder tun. 



Dies ist nur ein sehr kleiner Überblick über das Leben hier in Panama und sicher haben Sie noch viel mehr Fragen. Schreiben Sie uns einfach per eMail oder Whatsapp und wir werden versuchen, so viele als möglich davon zu beantworten.